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Mit Geburtsfotografie hatte ich mich bislang ja eher weniger beschäftigt bzw ergab sich einfach auch nie die Gelegenheit. Als mich Barbara fragte, ob ich die Geburt ihres Kindes fotografieren möchte, da war die Antwort sofort ja. Ohne groß nachzudenken und ich habe es überhaupt nicht bereut.
Eher im Gegenteil- es war ein großes Privileg dabei zu sein und ich würde es immer wieder tun.
Ich wurde jetzt oft gefragt, ob ich es nicht sehr heftig fand oder auch wegschauen musste. Die Wahrheit ist, dass es natürlich heftig war, aber doch eher für die Mama und nicht für mich.
Das Gefühl, dass am Ende aber überwiegt, war die Freude und das unglaubliche Erleben der Geburt. Und die Hochachtung vor der Hebamme. Sie war stets vollkommen ruhig und hatte alles im Griff.

Barbara hat netterweise auch ein paar Zeilen geschrieben, die ich euch nicht vorenthalten möchte:
„Wenige Minuten nachdem ich verblüfft auf den positiven Schwangerschaftstest geschaut hatte, dachte ich darüber nach, wie ich mir das alles wünsche – die Schwangerschaft, die Geburt, die Stillzeit, das Leben mit dem Kind.
Mein erster Gedanke war, dass die Geburt möglichst außerklinisch stattfinden soll. Und als nächstes notierte ich: Franzi fragen, ob sie die Geburt fotografieren kann. Irgendeine Fotografin und irgendwelche Bilder wären für mich nicht in Frage gekommen. Der Moment ist zu einzigartig für Experimente und zu sensibel für Fehlbesetzungen. Umso mehr freue ich mich, dass es zeitlich gepasst hat und sie dabei sein konnte.

Ich wollte die Bilder vor allem für unser Kind haben, weil ich mir nie vorstellen konnte, dass ich einst im Mutterleib war und dann geboren bin. Ich hätte mich über Fotos von meiner Geburt gefreut, um das besser fassen, begreifen zu können.
Nun, da die Geburt vorüber ist, stelle ich fest, dass die Bilder auch für mich sehr kostbar sind und mir helfen, dieses durchaus erschütternde Ereignis zu bewältigen und einzuordnen. Erschütternd in dem, was daran wundervoll, ebenso in dem, was daran unendlich schmerzhaft war. Es ist faszinierend, Annas Geburt nochmals von außen anzuschauen, manchen Moment in Ruhe und immer neu zu erleben, die Hebammen und meinen Partner zu sehen, wie sie helfen, unterstützen, Mut machen, den Kopf meines Kindes zu sehen in dem Augenblick, in dem es meinen Körper nach über neun Monaten verlassen hat.
Ich schaue die Bilder an und staune über die Ästhetik, die Kraft, die Gewalt und die vielen Emotionen, die darin liegen, und ich bin glücklich, dass ich, dass wir das tatsächlich geschafft haben.
Auch wenn ich von Annas Geburt berichten soll, bin ich dankbar für die Bilder, denn vieles könnte ich mit Worten nicht beschreiben.
Menschen, denen ich die Fotos zeige, sind berührt von ihrer Tiefe und Ehrlichkeit. Wir bekommen wenig unverfälschte Einblicke in Geburten, denke ich, vielleicht zu wenig.“

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