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Vor einer Weile hat mich Sabrina angeschrieben und mir erzählt, dass sie und ihr Mann ein Baby mit Down Syndrom erwarten und sich freuen würden, wenn ich nach der Geburt vorbeikommen kann, um die erste Zeit in Bildern festzuhalten.

Lotti war nicht das erste Kind mit Down Syndrom, das ich fotografiert habe und ich finde es ist so wichtig darauf aufmerksam zu machen und anderen Eltern vielleicht auch den Mut zu geben, dem Leben eine Chance zu geben. Ich denke, dass Vorurteile dringend abgebaut werden müssen und jedem die gleichen Chancen gegeben werden müssen.

Nach dem Shooting kam mir sofort der Gedanke in den Sinn, dass sich Lotti ihre Eltern ganz bewusst ausgesucht hat, denn ich habe einfach so viel bedingungslose Liebe dort gespürt.

Lotti entwickelt sich ganz fantastisch und ist so eine süße Maus. Aber das seht ihr ja selber.
Es war ein wunderschöner Besuch bei der kleinen Familie und während des Fotografierens stellte sich heraus, dass wir sogar gemeinsame Bekanntschaften haben. Wie klein die Welt (oder Stuttgart) manchmal doch ist 🙂

Ich freue mich sehr, das ich Euch heute hier Bilder meines Besuchs bei Lotti zeigen darf.

Und wie passend, dass momentan Down Syndrom Awareness Month ist! Vielleicht ist Euch, wenn ihr in Stuttgart lebt (in anderen Städten bestimmt auch) aufgefallen, dass es Plakate hierzu gibt.
Ich habe mal auf die Seite des Vereins geschaut und viele Infos bekommen. Vielleicht wollt ihr auch mal draufschauen und Euch informieren 46plus.de

Liebe Lotti, es war sehr schön Dich kennenzulernen und ich hoffe wir sehen uns irgendwann mal wieder!

Ihre Mami hat auch noch ein paar ganz persönliche Worte dazu geschrieben. Diese findet Ihr bei den Bildern. Dankeschön!

„Die langersehnte Schwangerschaft begann holprig. Ich lag zwei Wochen im Krankenhaus. Zwei Wochen lang Ungewissheit, ob die Schwangerschaft intakt sein würde. Kurz nach der Entlassung hatte ich mit einer Thrombose zu kämpfen. Als endlich Ruhe einkehrte, wollte ich Gewissheit, dass es unserem Baby gut geht und vereinbarte einen Termin zum Ersttrimesterscreening. Zwei Wochen später folgte die Diagnose Downsyndrom. Der 22. Februar 2017 wird uns immer im Gedächtnis bleiben. Als der Tag, der für meinen Mann und mich zum Alptraum wurde. Als der Tag, an dem mich unser Pränataldiagnostiker anrief, um mir zu sagen, dass unser Baby Trisomie 21 haben würde. Wir konnten es nicht glauben und waren am Boden zerstört. Es folgten Tage voller Tränen. In wertvollen Gesprächen mit unserer Familie fanden wir Trost und Zuversicht. Sie sprachen uns viel Mut zu.“

„Wir entschieden uns für unser Baby. Wir erfuhren, dass wir ein kleines Mädchen bekommen würden und gaben ihr den Namen Carlotta. Viele dunkle Gedanken und Sorgen schwirrten weiterhin in unseren Köpfen umher: wie wird es werden, das Leben mit einem behinderten Kind? Weitere Komplikationen machten uns zu schaffen. Ich bekam immer wieder Blutungen und die Kleine nahm nur langsam an Gewicht zu.“

„Ich spürte unsere Tochter, liebevoll Lotti genannt, bereits in der 17. Woche. Ab da wurde die Verbindung zwischen uns immer enger und die Freude kehrte langsam zurück. Carlotta bedeutet die Kraftvolle – das zeigte sie uns von Beginn an, indem ich ständig ihre Tritte zu spüren bekam und die Ärzte mir beim Ultraschall immer wieder sagten: ihre Tochter ist zwar sehr klein und zierlich, aber ganz schön lebhaft!“

„Der 5.8.2017 wird uns immer in Erinnerung bleiben. Als der Tag, an dem unsere kleine Lotti auf die Welt kam. Der bisher schönste Tag in unserem Leben. Der Moment, in dem sie mir auf die Brust gelegt wurde und ich wusste, egal was kommen mag, alles wird gut werden. Ich sagte zu ihr „du hast uns also so viele Sorgen gemacht“. Und jetzt ist sie da. Sie verzaubert uns jeden Tag aufs Neue. Sie entwickelt sich sehr gut, ist glücklicherweise organisch gesund. Klar, es gibt Tage, die anstrengend und kräftezehrend sind. Therapiestunden und Arzttermine bestimmen oft den Alltag und manchmal haben wir zu wenig Zeit für die Dinge, die wir so gerne machen: Zusammen kuscheln, Spielen und die Welt entdecken. Doch wenn wir abends alle drei gemeinsam auf der Krabbeldecke liegen und Lotti das Gesicht meines Mannes in ihren kleinen Händen hält, dann ist die Welt in Ordnung. Auch unsere Familie und Freunde sind ganz vernarrt in unsere Maus. Alle lieben Lotti so wie sie ist. Und so wie sie ist, ist sie genau richtig““

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