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Vor kurzem traf ich Alagie und Jafar.
Alagie ist 27 Jahre alt und kommt aus Gambia. Vor 9 Monaten musste er vor Polizeigewalt fliehen und zurück kann er wohl nie mehr.
Jafar kommt aus dem Irak. Er ist 24 Jahre alt und musste aufgrund des Krieges mit 12 Jahren die Schule abbrechen. Seine Familie hat, damit wenigstens er ein gutes Leben ohne Angst haben kann, 1.000 Euro an einen Schlepper bezahlt. Mit 50 Anderen in einem kleinen Boot über das Mittelmeer.
Beide wohnen in einem kleinen Dorf bei Stuttgart. Ein Musiker hat sein Haus für die beiden geöffnet, damit die Beiden ein normales Leben ausserhalb der Sammeleinrichtungen führen können. Viele Menschen nehmen Flüchtlinge bei sich privat auf und integrieren sie in ihr Leben. Ich habe allergrössten Respekt vor diesen Menschen.
Der Wunsch nach einem besseren Leben ist bei beiden da. Bei dem einen, der in der Heimat nicht mehr sein kann, weil der Krieg alles zerstört hat. Bei dem anderen, der in der Heimat politischer und polizeilicher Gewalt ausgesetzt war.
Sie möchten nichts geschenkt haben. Sie möchten arbeiten für ein besseres Leben.
Alagie und Jafar möchten mit den Menschen da draussen in Kontakt kommen. Auf dem Dorf ist das schwierig. Zum einen ist natürlich nicht allzuviel los und geboten, zum anderen reden die Menschen auf der Straße oft nicht mit ihnen und begegnen ihnen mit Ablehnung und Angst. Die beiden gehen daher viel spazieren, lernen deutsch. Arbeiten dürfen sie noch nicht.
Alagie sagt : „If you trust yourself you can trust anybody. I don’t know thieves, don’t know fighting.“
Die beiden haben mich beeindruckt.  Wir sollten alle offener sein und uns anhören was sie zu sagen haben.
Wenn Ihr das nächste Mal am Fahrscheinautomaten steht und Ihr seht, dass derjenige mit der Bedienung nicht klar kommt, dann nehmt Euch die Zeit und helft.
Sprecht mit den Menschen und zeigt ihnen, dass sie hier willkommen sind. Nur wenn „wir“ uns ihrer annehmen wird Integration gelingen.
Dafür müssen wir alle etwas tun.
Und wenn Ihr das hier lest und möchtet, dass Eure Geschichte erzählt wird, dann meldet Euch bei mir.
Ich wollte eigentlich viel mehr Fotos machen, aber irgendwie hab ich dann doch mehr zugehört. War auch wichtiger. Daher gibt’s nur eins jeweils. Aber ein Bild ist manchmal auch genug!
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